Klumpp – Pauline

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Klumpp – Pauline

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Pauline Klumpp
Kannengasse 55


Über Pauline Klumpp wissen wir, dass sie am 9. Juli 1900 in Dainbach als Tochter des Schuhmachers Josef Klumpp und seiner Frau Helene geboren wurde. Sie hatte mindestens zwei Brüder, Paul und Josef.
Bereits im Alter von 7 Jahren musste Pauline das Elternhaus verlassen und lebte ab dem 9. Juni 1908 in der „Erziehungs- und Pflegeanstalt für Geistesschwache“ in Mosbach. Ihr Vater, von dem die späteren NS-Unterlagen berichten, dass er Alkoholiker gewesen sei, war zu diesem Zeitpunkt schon tot.
Auch die beiden Brüder lebten in den späteren Johannisanstalten, doch starben sie bereits in den Jahren 1910 und 1916.

Pauline Klumpp, Foto: Johannes-Diakonie

Über Paulines Leben in Mosbach kann man nur spekulieren. Da sie laut NS-Unterlagen als „nicht bildungsfähig [galt und] nicht sprechen und arbeiten“ konnte, war ihr Alltag vermutlich sehr monoton, da sie lediglich „verwahrt“ wurde. Von „Verwahrung“ kann auch angesichts der Schlafsäle für 25-30 Personen gesprochen werden.
Pauline lebte bis 1939 in Mosbach und wurde – nachdem Teile der Mosbacher Gebäude als Hilfskrankenhaus beschlagnahmt worden waren – in die ‚Außenstelle‘ auf dem Schwarzacher Hof verlegt.
Es gab insgesamt drei Transporte von den Anstalten nach Grafeneck. Während im ersten Transport nur Männer des Schwarzacher Hofs abtransportiert wurden, waren im zweiten und dritten Transport Männer und Frauen unter den zum Tode Bestimmten. Pauline gehörte zum zweiten Transport, der am 17. September 1940 erfolgte. Sie wurde noch am selben Tag in Grafeneck ermordet und erlitt damit das gleiche Schicksal wie 217 weiteren Heimbewohner.
Anders als von vielen Opfern ist ein Foto von Pauline Klumpp überliefert. Es zeigt uns eine scheinbar lebenslustige Frau im groben Anstaltskittel. Der Hintergrund, aus welchem heraus das Foto aufgenommen wurde, ist weniger positiv: Die Aufnahme wurde durch das Rassenpolitische Amt beauftragt, welches die Absicht verfolgte, die behinderten Menschen möglichst abschreckend darzustellen.


Leider konnten wir den Wohnort von Pauline Klumpp nicht ermitteln, deshalb wurde als Verlegeort der Platz vor der Kirche verwendet.