Rosenheimer – Gertrud und Max


Lage: Bad Mergentheimer Straße 11, Igersheim


Gertrud Rosenheimer, geborene Strauss, wurde am 29. Oktober 1912 in Bad Mergentheim als Tochter von Jakob Strauss (1873–1937) und Ida, geborene Weissmann (1880–1921) geboren. Sie hatte drei ältere Geschwister, Fanny (geboren am 15. März 1906), Moritz (geboren 1907, gestorben 1908) und Fritz (geboren 1910).
Sie heiratete um 1938 Max Rosenheimer.
Max Rosenheimer wurde am 30. September 1907 in Archshofen, heute Stadtteil von Creglingen, geboren.

Im Jahr 1941 gehörte die Familie Rosenheimer zu den letzten zwei jüdischen Familien, die noch in Igersheim lebten. Im November 1941 wurden sie durch ein Schreiben, das die jüdische Kultusgemeinde Stuttgart erzwungen durch die Nazis sendete, über ihre „Evakuierung“ in den Osten informiert. Die Deportation erfolgte kurz darauf, am 1. Dezember 1941. Die Fahrt mussten sie bezahlen, Wertsachen zuvor abgegeben werden. Ihr zurückgelassener Besitz wurde versteigert oder verschenkt. Von der Ortspolizei wurde das Ehepaar zum Bahnhof gebracht und nach Stuttgart überstellt.

Gertrud Rosenheimer und ihr Ehemann wurden am 1. Dezember 1941 von Stuttgart in das Lager Jungfernhof in Lettland deportiert und dort vom NS-Regime ermordet.

Ihre Bibel blieb erhalten, sie gab sie kurz vor der Deportation an ihre Nachbarn, sie befindet sich im jüdischen Museum Creglingen.

Ihre Schwester, verheiratete Fanny Steinberg, und deren drei Söhne, damals zwei, zwölf und vierzehn Jahre alt, wurden 1941 im Fort IX von Kaunas ermordet. Ihre Stiefmutter, Selma Strauss, geborene Berg, wurde 1941 in Riga ermordet.