Hartheimer – Schmei, Sofie und Rosa


Lage: Goldbachstraße 1 – Igersheim


Schmei Hartheimer, auch Schmay Hartheimer, wurde am 16. September 1877 in Igersheim geboren. Er war Viehhändler und heiratete die am 14. Oktober 1883 in Braunsbach geborene Sofie Gutmann. Das Paar hatte zumindest drei Kinder: Arthur, Julius und Rosa (geboren 1921). Am 27. März 1933 wurde er zusammen mit seinen Söhnen von SA und Mitgliedern der NSDAP zur Tauberbrücke getrieben und dort verprügelt. Im Jahr 1941 gehörte die Familie Hartheimer zu den letzten zwei jüdischen Familien, die noch in Igersheim lebten. Im November 1941 wurde die Familie durch ein Schreiben, das die jüdische Kultusgemeinde Stuttgart erzwungen durch die Nazis sendete, über ihre „Evakuierung“ in den Osten informiert. Die Deportation erfolgte kurz darauf, am 1. Dezember 1941. Die Fahrt mussten sie bezahlen, Wertsachen zuvor abgegeben werden. Ihr zurückgelassener Besitz wurde versteigert oder verschenkt. Von der Ortspolizei wurde die Familie zum Bahnhof gebracht und weiter nach Stuttgart. Von dort wurden die Hartheimers in das Lager Jungfernhof verschleppt. Rosa musste dort Zwangsarbeit am Rigaer Bahnhof leisten. Alle drei haben die Shoah nicht überlebt.

Zumindest ein Sohn der Hartheimers hat überlebt, eine Enkeltochter reichte das Gedenkblatt für ihren Großvater ein.[1]


[1] https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=de&itemId=1121823&ind=1