Salomon – Hilda, Jakob, Ernst und Margot

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Hilda, Jakob, Ernst und Margot Salomon
Nonnengasse 17


Familie Salomon betrieb in der Mergentheimer Nonnengasse eine koschere Metzgerei.
Der Familienvater Jakob Salomon wurde am 18. Januar 1884 in Beerfelden geboren. Im Jahr 1911 eröffnete er in Mergentheim sein Geschäft. Ein Jahr später, am 4. März 1912, heiratete er in Forchheim die von dort stammende 21-jährige Hilda Ebert.
Ein weiteres Jahr später, am 8. Februar 1913 wurde der Sohn Ernst geboren und erst acht Jahre später, am 18. Mai 1921, kam die Tochter Margot zur Welt.
Die Familie lebte dort, wo auch die Metzgerei war – in der Nonnengasse 17.
Ein erster Einschnitt war sicherlich der Auszug des Sohnes Ernst nach Frankfurt am Main im Jahr 1932, von wo aus dieser später in die USA emigrierte. Die Tochter Margot zog kurz vor ihrem 15. Geburtstag, am 3. Mai 1936, nach Forchheim, möglicherweise zu Verwandten.
Die eigentliche Brutalität des Dritten Reichs erfuhr Jakob Salomon spätestens im Zuge der Reichspogromnacht 1938. Gemeinsam mit zahlreichen anderen jüdischen Mergentheimer Männern wurde er ins Konzentrationslager Dachau gebracht, wo er vom 12. November bis 12. Dezember inhaftiert blieb. In Folge dieser Inhaftierung gab er dann seine Metzgerei auf. Das Haus selbst wurde im Herbst 1939 verkauft.
Im April 1940 zogen Jakob und Hilda Salomon in die Ochsengasse 20.
Der letzte Eintrag auf der Melderegisterkarte des Ehepaars stammt vom 4. Juni 1941 – an diesem Datum verließen die beiden Bad Mergentheim und konnten anschließend über Portugal in die USA emigrieren.
Dort in New York lebten zu diesem Zeitpunkt bereits der Sohn Ernst und die Tochter Margot, die am 10. Januar 1940 auswandern konnte. Über die Umstände ihrer Flucht berichtete Margot 1983 Herrn Brunotte: „Meiner Cousine verdanke ich mein Leben“. Denn der Cousine war es gelungen, eine Schiffsreise nach Amerika zu erhalten. Das Ticket hatte sie jedoch Margot geschenkt. Diese sollte voraus fahren, um Vorkehrungen zu treffen, dass diese Cousine mit ihrer Familie nachkommen könne. Zusammen mit ihrer Mutter wollte sie warten, bis ihr Vater, der Wochen zuvor von der Gestapo abgeholt worden war und von dem niemand wusste, wo er hingebracht worden war, wieder zurück gekommen sei. Doch sie warteten vergebens und sie warteten, bis es zu spät war. Mutter und Tochter wurden nach Auschwitz deportiert. In der Warteschlange zur Gaskammer wurden sie von ihrem Vater entdeckt. Dieser war nach seiner Verhaftung nach Auschwitz deportiert worden und musste dort mit einer Schubkarre Leichen transportieren. Er wusste genau, was mit seiner Frau und seiner Tochter passieren würde. Deshalb zog er sich schnell aus und stellte sich schweigend zu ihnen in die Warteschlange. So waren sie wieder vereint, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick. Denn ein SS-Scherge hatte alles beobachtet. Er prügelte den Vater wieder hinaus aus dem Todeszug zur Gaskammer. Seine Frau und seine Tochter sollte der Vater nie wieder sehen. Ihm selbst gelang es irgendwie zu überleben und er traf Jahre später Margot Rein in New York.
Jakob Salomon arbeite nach seiner Flucht ab 1944 in den USA wieder als Metzger und tat dies bis Juni 1953. Hilda starb mit 88 Jahren im Jahr 1978. Die Tochter Margot heiratet Murry Rein und hat eine Tochter.