{"id":2417,"date":"2025-06-07T21:23:36","date_gmt":"2025-06-07T20:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/?p=2417"},"modified":"2025-06-17T18:37:46","modified_gmt":"2025-06-17T17:37:46","slug":"die-zukunft-der-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/en\/die-zukunft-der-geschichte","title":{"rendered":"Die Zukunft der Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>Podiumsdiskussion im Gedenken an den P\u00e4dagogen und Historiker Hartwig Behr<\/p>\n\n\n\n<p>Was lehrt uns die Vergangenheit im Umgang mit dem Rechtsextremismus heute? Dieser Frage widmet sich eine Podiumsdiskussion in der Aula des Deutschorden-Gymnasiums am Freitag, 18. Juli, um 18 Uhr. Die Veranstaltung soll einerseits die Verdienste des Lehrers und Historikers Hartwig Behr w\u00fcrdigen, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Andererseits einen Blick in p\u00e4dagogische Konzepte der Zukunft werfen. Auf dem Podium mit dabei sind Andreas Baier (Sch\u00fcler und Jugendgemeinderat), Klaus Huth (Lehrer \/ Mitbegr\u00fcnder des Vereins Stolpersteine e.V., Bad Mergentheim), Cornelius K\u00fcckelhaus (Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung Baden-W\u00fcrttemberg Fachreferent f\u00fcr Jugend- und Vermittlungsarbeit, Fachbereich Gedenkst\u00e4ttenarbeit), Prof. Dr. Thomas Schnabel (Historiker \/ ehemaliger Leiter des Hauses der Geschichte Baden-W\u00fcrttemberg) sowie Clara Widmayer (Sch\u00fclerin \/ Mitinitiatorin der Demonstration \u201eHand in Hand f\u00fcr Menschenrechte\u201c). Beatrice Fa\u00dfbender moderiert den Abend, der vom Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber veranstaltet wird und in freundlicher Kooperation mit dem Deutschorden-Gymnasium stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/wp-content\/uploads\/sharepic_podiumsdiskussion8688604088975881191-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2423\" srcset=\"https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/wp-content\/uploads\/sharepic_podiumsdiskussion8688604088975881191-819x1024.jpg 819w, https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/wp-content\/uploads\/sharepic_podiumsdiskussion8688604088975881191-240x300.jpg 240w, https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/wp-content\/uploads\/sharepic_podiumsdiskussion8688604088975881191-768x960.jpg 768w, https:\/\/stolpersteine-mgh.de\/wp-content\/uploads\/sharepic_podiumsdiskussion8688604088975881191.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Seit 1973 gibt es den Geschichtswettbewerb des Bundespr\u00e4sidenten \u2013 ein Ansporn f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, sich intensiv mit historischen Themen auseinanderzusetzen. Um das Jahr 1980 herum hat sich der Bad Mergentheimer Geschichtslehrer Hartwig Behr mit seinen Zehntkl\u00e4sslern des Deutschorden-Gymnasiums daran beteiligt. Projektthema war der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1939. Absicht war es, auf lokaler Ebene nach Spuren dieser Zeit zu forschen. Das Ergebnis war aufschlussreich: Die Quellensuche war nicht einfach, die privaten Archive blieben zun\u00e4chst verschlossen, von Zeitzeugen war nicht viel zu erfahren, man wollte nicht an \u201ealte Geschichten\u201c r\u00fchren oder erinnert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Wettbewerb war f\u00fcr Hartwig Behr gleichwohl die Initialz\u00fcndung, am Thema dranzubleiben und tiefer in der Lokal- und Regionalgeschichte zu graben. Immer mehr Verdr\u00e4ngtes kam so zum Vorschein, immer mehr Material trug Behr zusammen. Wovon auch seine Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler profitierten: Im Unterricht wurde das Thema \u201eDrittes Reich\u201c stets r\u00fcckgebunden an die regionalen Ereignisse. Abstrakte Zahlen, Fakten und Daten wurden so konkretisiert: Die Verbrechen sind eben nicht nur an anderen Orten oder gar im fernen Berlin geschehen. Sie haben auch unmittelbar vor der eigenen Haust\u00fcr stattgefunden. Das war eindr\u00fccklich. Es war bewegend. Und ersch\u00fctternd.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Zeit wurde Hartwig Behr der erste Ansprechpartner, wenn es um das Schicksal j\u00fcdischer Mitb\u00fcrger ging, um die 1920er bis 1940er Jahre in der Region, um die blinden Flecken in der Nachkriegszeit. Ein Aufkl\u00e4rer im besten Sinne war er. Im Freundeskreis ehemaliger j\u00fcdischer Mitb\u00fcrger war er in den 80er und 90er Jahren ma\u00dfgeblich an mehreren Einladungen von Mergentheimer Juden beteiligt, die noch rechtzeitig vor dem Naziterror fliehen konnten. Und er hat sein Wissen nicht nur in den Unterricht eingebracht, sondern auch in etlichen Vortr\u00e4gen, Aufs\u00e4tzen, Zeitungsartikeln und B\u00fcchern geteilt. Seine beiden wichtigsten Werke: \u201eVom Leben und Sterben\u201c \u00fcber das Pogrom in Creglingen vom 25. M\u00e4rz 1933, bei dem zwei Creglinger Juden zu Tode gepr\u00fcgelt wurden, und \u201eZur Geschichte des Nationalsozialismus im Altkreis Mergentheim 1918 \u2013 1949\u201c, das eigentlich an allen Schulen der Gegend zum Lehrbuch werden sollte, auch weil es sich jeden akademischen Duktus enth\u00e4lt und auf eine zug\u00e4ngliche Erz\u00e4hlweise setzt. Denn eines war Behr wichtig, wie er in einem Gespr\u00e4ch sagte: \u201eIch sehe die Arbeit im Kleinen als Spiegelbild des Gro\u00dfen. Es ist die Hoffnung, dass die Sachen, die ich geschrieben habe und die da jetzt in dem Buch niedergelegt sind, gelesen und weitergetragen werden. Auf der letzten Seite seines Buches hei\u00dft es: \u201aNie vergessen\u2018.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Abend \u201eDie Zukunft der Geschichte. Was lehrt uns die Vergangenheit \u00fcber den Umgang mit Rechtsextremismus heute\u201c will das \u201eNetzwerk gegen Rechts Main-Tauber\u201c das Engagement, die Forschung und Intention Behrs weiterdenken Was kann die Besch\u00e4ftigung mit der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte f\u00fcr die Zukunft lehren?<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u201eNetzwerk gegen Rechts Main-Tauber\u201c will mit der Veranstaltung Lehrerinnen und Lehrer, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erreichen. Dar\u00fcber hinaus aber auch Menschen, denen die Vermittlung von Geschichte als Instrument zum besseren Verst\u00e4ndnis der Gegenwart wichtig ist. Im Prinzip geht das Thema jede und jeden an, die oder der mit jungen Menschen zu tun hat \u2013 also Eltern und Gro\u00dfeltern, Patentanten oder -onkels usw.<\/p>\n\n\n\n<p>NGRMT<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podiumsdiskussion im Gedenken an den P\u00e4dagogen und Historiker Hartwig Behr Was lehrt uns die Vergangenheit im Umgang mit dem Rechtsextremismus heute? Dieser Frage widmet sich eine Podiumsdiskussion in der Aula des Deutschorden-Gymnasiums am Freitag, 18. Juli, um 18 Uhr. 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